On the Way!
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Mit Jesus unterwegs...
Ich bin mit Jesus unterwegs – und das schon seit meiner Jugend. Als ich 16 Jahre alt war, begann ich, mich intensiv mit seinem Leben zu beschäftigen, indem ich die Evangelien las. Schon damals stellte ich mir oft vor, wie es gewesen wäre, persönlich mit ihm unterwegs zu sein, seine Worte direkt zu hören und seine Begegnungen mit Menschen mitzuerleben.
Ein Stück dieser Erfahrung durfte ich in den letzten Jahren ganz real machen. Unter dem Namen „Snail-Trail“ – meiner ganz bewussten Art, im „Schneckentempo“ zu reisen – habe ich mehrere lange Pilgerwanderungen durch Europa unternommen…
- Snail-Trail 1.0 (2023): Ein 3.268 Kilometer langer Pilgerweg von Moosburg bis zum Kap Finisterre in Spanien (nahe Santiago de Compostela).
- Snail-Trail 2.0 (2024): Eine Wanderung von Deutschland nach Griechenland, die rund 2.500 Kilometer umfasste. Dabei durchquerte ich den Balkan und stieß auf Herausforderungen wie wilde Hunde, marode Holzbrücken und verlassene Geisterdörfer.
- Snail-Trail 3.0 (2025): Mein letzter Fußweg führte mich 2.675 Kilometer von Tallinn (Estland) zurück in meine Heimat im Landkreis Landshut. Insgesamt waren es 85 Etappen mit einem Durchschnittspensum von 31 Kilometern.
Jede Reise war ein erstaunliches Erlebnis. Auch wenn ich Jesus nicht sehen konnte, spürte ich seine Gegenwart, die mir Mut und Kraft für den langen Weg gab. Obwohl ich seine Stimme nicht akustisch hörte, nahm ich Lebenswahrheiten dadurch wahr, was ich auf dem Weg erlebte. Durch Gespräche und Gebete mit Menschen auf dem Weg, durfte ich daran teilnehmen, wie Jesus anderen Menschen begegnete.
Snail-Trail 4.0...
Mit Jesus unterwegs zu sein, endet nicht damit, ein gewisses Ziel zu erreichen, eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen oder ins Rentenalter zu kommen. Der Ruf, Jesus nachzufolgen, bleibt. Der Weg geht weiter… auch für mich dieses Jahr auf dem Snail-Trail. Diesmal starte ich am 15. Juni in Inverness, Schottland, und werde durch Schottland, Irland, an der Küste von Wales und Südengland und durch Belgien und Luxemburg wandern sowie einen kleinen Streifen Frankreichs durchqueren, bis ich nach Süddeutschland gelange. Ich rechne damit, in der letzten Septemberwoche wieder zu Hause zu sein... 102 Tage, 86 Etappen und 2.650 Kilometer ohne Seemeilen. Ich bin inzwischen fast 70 Jahre alt, und ja – ich spüre meine Knochen und Muskeln. Aber ich gehe diesen Weg im Vertrauen darauf, dass Gott mich führt und stärkt. Schritt für Schritt. Im wahrsten Sinne des Wortes.
X markiert die Stelle...
Die vier Snail-Trails bilden zusammen ein X durch den größten Teil von Europa, das Zeichen vom Kreuz Jesu Christi. Als Jesus mit seinem letzten Atemzug vom Kreuz schrie: „Es ist vollbracht!“, hat er auch an uns in Europa gedacht. Das ganze Leid und der Schmerz der Geschichte mit allem bitteren Unrecht und dem, was uns Menschen zerstört und von Gott trennt, nahm er auf sich. Doch das leere Grab Jesu bezeugt, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Es gibt einen Morgen, einen neuen Anfang, eine begründete Hoffnung. Möge diese Gnade vom Himmel hier auf Erden wirksam sein… auch hier in Europa! Dafür werde ich beten, von einem Land zum anderen.
Zusammen...
Gebet: Meine Reisen verstehe ich nicht nur als persönliche Glaubenswege, sondern auch als Einladung an andere, daran teilzuhaben. Über meinen Blog und soziale Medien teile ich Eindrücke, Gedanken und Erlebnisse. Gleichzeitig bitte ich um Gebetsunterstützung – für Begegnungen, für Schutz auf den Wegen und dafür, dass Gott Herzen berührt.
Projekte: Der Snail-Trail ist außerdem ein Sponsorenlauf. Mit den Wanderungen unterstütze ich verschiedene christliche Projekte, darunter internationale Missionsarbeit, christliche Pfadfinderarbeit und Initiativen, die Frauen aus Menschenhandel helfen. Wer möchte, kann diese Arbeit durch Spenden unterstützen – einmalig oder pro zurückgelegtem Kilometer.
VM-International
Gottes Liebe weitergeben in Wort und Tat
SPENDENKONTO
BFP VM-International KdöR
Sozialbank AG
IBAN: DE93 3702 0500 0004 0129 00
Verwendungszweck: 8002-SNAILTRAIL-26
Blog
Glendalough - Mucklagh Hut
Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei, um den Eindruck in einem Foto oder Video festzuhalten. Ich hatte sie im Hostel zum Aufladen gelassen. Ich habe dieses Foto in einem Pub gemacht, in dem ich heute Mittag gegessen habe. Es zeigt das bekannte Logo des heiligen Kevin. Er ist berühmt für seine Askese und seine tiefe Verbundenheit mit der Natur, und viele Legenden ranken sich um sein Leben. Die bekannteste Geschichte erzählt, dass er so lange mit ausgestreckten Armen betete, dass eine Amsel in seiner Hand ein Nest baute, ihre Eier legte und ihre Jungen aufzog, bevor er sich von der Stelle rückte. In der Kunst wird er oft zusammen mit einer Amsel dargestellt, die seine Harmonie mit Gottes Schöpfung symbolisiert. Dieses Bild findet sich auch im Logo von Glendalough wieder.
Ebenfalls in diesem Pub aß ich zu Mittag, während Sandy und Giovanni auf ein Taxi warteten. Wir hatten letzte Nacht im Hostel ein Zimmer geteilt und sind heute Morgen denselben Weg nach Glenmalure gegangen. Sandy ist ein ordinierter methodistischer Pfarrer, der aufgrund einer unheilbaren Krankheit seine Sprechfähigkeit verlor. Er erforscht nun Pilgerwege, wandert auf ihnen und wirbt für sie. Er hat mehrere Bücher zu diesem Thema verfasst. Dies ist nun seine Berufung. Tatsächlich spüren viele Menschen, die ohne Gott gelebt haben, oft seine Gegenwart auf dem Pilgerweg. Es liegt etwas Besonderes darin, durch Gottes Garten zu wandern, das uns hilft, seine Stimme zu hören. Wer mehr erfahren möchte, findet hier seine Webseite: www.sandybrownbooks.com
Foto 2: Den Rest des Tages begegnete ich nur wenigen Menschen, die mir entgegenkamen. Bis spät am nächsten Tag gab es keine Möglichkeit, etwas zu essen oder zu trinken zu besorgen. Ich wusste, dass dieser Tag kommen würde… und der nächste auch.
Foto 3: Also füllte ich meine Wasserflaschen im Pub auf und hoffte, am Ende des Tages einen Fluss zu erreichen.
Foto 4: Ursprünglich wollte ich in der Mucklagh Hut übernachten, einer Wetterschutzhütte, die Regenwasser vom Dach sammelt, für diejenigen, die dort Schutz suchen. Aber seit meiner Ankunft in Belfast vor 12 Tagen hatte es nicht geregnet. Der Kanister mit Regenwasser war also ziemlich leer. Ich wusste, dass zwei andere Wanderer, denen ich auf dem Weg begegnet war, hinter mir waren und auch in der Hütte übernachten wollten...
Foto 5: Ich beschloss also, noch 4 km weiter bergab zum Fluss zu gehen. Dort fand ich einen wunderbaren Platz für mein Zelt und hatte direkten Zugang zum Fluss. Ich schlief wunderbar, während das Wasser die ganze Nacht plätscherte.
Knockree - Glendalough
Die Blase an meinem linken Fuß nässte heute Morgen noch. Ich hatte Bedenken, mit ihr 30 km und 1400 Höhenmeter zu wandern. Gleich nach dem Frühstück schickte ich eine WhatsApp "Broadcast" Nachricht, um die Leute über meine aktuelle Herausforderung zu informieren, und sofort antworteten einige, dass sie für mich beten würden. Gott hat diese Gebete erhört. Ein Mann, der in der Herberge arbeitet, fragte mich, wohin ich heute gehen und wo ich übernachten würde. Normalerweise brauchen Wanderer wegen der großen Höhenunterschiede zwei Tage, um nach Glendalough zu gelangen. Als ich sagte, dass ich dort in der Herberge übernachten würde, meinte er, er würde später am Vormittag hinfahren und bot an, einen Teil meiner Ausrüstung mitzunehmen. Ich nahm dankend an und gab ihm mein Zelt, meinen Kleidersack und meinen Hygienebeutel. Das nahm mir über sechs Kilo von den Schultern. Mein Fuß bereitete mir während der Wanderung keine Probleme, nur am Ende des Tages, nachdem ich meine Schuhe ausgezogen hatte. Das war ein Geschenk des Himmels.
Foto 2: „Lough Tay – Der Guinness-See“
Auf diesem Foto ist der weiße Sand am oberen Rand des Sees nicht zu sehen, aber das dunkle Wasser und der weiße Sand erinnern an ein Pint Bier. Hier habe ich meine Mittagspause gemacht. Ich hatte heute so viele Begegnungen und Gespräche mit Menschen über ̀Gott, dass ich sie unmöglich alle in einem Blogbeitrag erzählen kann. Eine davon fand an diesem Ort statt. Ich kam mit einem jungen Paar aus Leipzig ins Gespräch, das kaum kirchlichen Bezug hatte. Ich erklärte ihnen den Unterschied zwischen religiösen Ritualen und einer echten Beziehung zu Gott durch Jesus. Ich betete für ihren Lebensweg, dass sie die Bestimmung finden würden, für die Gott sie geschaffen hat. Auf dem Weg zum See hatte ich ein ähnliches Gespräch mit einem anderen Paar aus Irland. Nachdem ich für sie gebetet hatte, sagte die Frau: „Das musste ich heute hören.“ Als ich den See verließ, fragte mich ein älteres Ehepaar aus Irland, wohin ich mit so einem großen Rucksack unterwegs sei. Als ich sagte, dass ich Pastor und Pilger sei, bat mich die Frau sofort, für sie zu beten. Der Mann war vor Kurzem beinahe an einer schweren Infektion gestorben, die Frau machte gerade eine schwere Zeit durch, und sie hatten sich erst kürzlich verlobt und planten zu heiraten. Ich sprach ihnen Mut zu und betete gern dafür, dass der Gute Hirte sie auf ihrem gemeinsamen Weg behüten und führen möge. Mehrmals sagten sie: „Das sollte heute so sein!“
Foto 3: „Irische Wandergruppe“
Nicht weit vom See entfernt sah ich ein Schild am Straßenrand mit der Aufschrift „Vorsicht – Filmteam“. Einige Meter weiter bog der Pfad links von der Straße ab. Die Gruppe auf dem Foto saß dort und machte eine Pause. Ich fragte sie, ob sie zum Filmteam gehörten. Sie antworteten, dass sie dafür nicht berühmt genug seien und fragten, ob ich berühmt sei. Ich sagte: „Vielleicht … Sie wissen nicht, wer ich bin!“ Dann wollten sie es wissen, wer ich sei. Als ich erwähnte, dass ich Pastor und Pilger bin, fragte mich eine Frau namens Ciara, die in meiner Nähe stand, ob ich für sie beten würde. Sie fragte mich dann, ob ich ihr die Hand auf den Kopf legen und für inneren Frieden beten würde. Das tat ich. Ich betete, dass die Segnungen aus Psalm 23 auf sie kämen. Je mehr ich betete, desto stiller wurde es um uns. Alle sahen zu. Als ich fertig war, sagte Ciara, sie habe gespürt, dass etwas geschehen sei, und erzählte, dass sie die Serie „The Chosen“ gesehen habe und sich nach einer Verbindung zu Jesus sehne, aber nicht wisse, wie. Sie bat auch um Gebete für ihren Sohn Rocky, der eine besondere Beeinträchtigung hat. Bitte betet für Ciara und Rocky, dass Gott in ihrem Leben wirkt. Nein, es war kein Filmteam, sondern eine Wandergruppe, die gerade dort ihre Tagestour beendet hatte.
Foto 4: „Wandergruppe aus Holland“
Was für eine tolle Gruppe junger Männer … sie alle lieben Jesus! Sie besuchten gemeinsam eine private christliche Schule in Holland und setzen ihre christlichen Aktivitäten nun als junge Erwachsene fort. Sie sind gute Freunde und folgen Jesus nach. Ich habe mit vielen säkularen Menschen aus Holland gesprochen, für die Gott keine große Rolle in ihrem Leben spielt. Die Begegnung mit dieser Gruppe junger Männer hat mir Hoffnung für Holland gegeben. Sie haben für mich gebetet und ich habe für sie gebetet.
Foto 5: Talabgang vom Berg nach Glendalough
Dublin - Knockree
Nach 12 Kilometern durch Dublin erreichte ich den Startpunkt des Wicklow Way, Irlands ältestem und beliebtestem Fernwanderweg. Er erstreckt sich über 130 Kilometer vom Marlay Park in Dublin bis nach Clonegal in der Grafschaft Carlow und ist normalerweise in 5 bis 7 Tagen zu bewältigen. Ich werde ihn am Ende etwas abkürzen und versuchen, ihn in vier Tagen zu schaffen.
Foto 2: Der Schmetterlingsstrauch „Buddleja“ blüht am Wicklow Way…
Foto 3: Überquerung des ersten Gipfels am Wicklow Way…
Foto 4: Ich bin mir noch nicht sicher, wohin der Weg führen wird, aber in den nächsten Tagen werde ich durch diese Berge wandern.
Foto 5: Mittagspause mit Willy am Wicklow Way…
Mein linker Fuß schmerzt beim Gehen immer noch, aber bergauf nicht mehr ganz so stark. Die nächsten Tage wird es viele Anstiege geben…
Nachdem ich fast den ganzen Tag gelaufen war, ohne jemandem auf den Wegen zu begegnen, fragte ich Gott, ob es in der Jugendherberge, in der ich übernachten würde, vielleicht jemanden gäbe, mit dem er möchte, dass ich sprechen sollte. Vor meinem inneren Auge sah ich einen jungen Mann, der Jacob ähnelte, den ich beim Verlassen von Drymen in Schottland getroffen hatte. Nachdem ich mich in meinem Zimmer eingerichtet und geduscht hatte, kamen zwei junge Männer herein. S* und W* kamen aus London, und W* entsprach genau dem Bild, das ich vor meinem inneren Auge gesehen hatte. Wir bestellten schließlich Pizza durch eine Lieferservice und aßen zusammen. S* gehört einer Kirche an, aber W* ist ein Pastorenkind, das sich von der Gemeinde entfernt hat. Ich bin selbst Pastor und habe Kinder, daher habe ich ein Herz für Menschen wie W*. Gott auch. Deshalb haben wir uns heute getroffen. Gott wollte W* zeigen, dass er für ihn da ist.
Dublin
Foto 2: Hanna und Eugene sind Gläubige aus der Ukraine und leben seit vier Jahren mit ihrem Sohn hier in Irland. Ich hatte gehofft, das Wochenende bei Nachfolgern Jesu verbringen zu können und freute mich sehr, dass es nun doch der Fall war. Sie waren sehr nett zu mir. Der Ruhetag in ihrer Wohnung tat mir gut, besonders meinem linken Fuß. Ich habe heute keinen Gottesdienst besucht, sondern einfach meinen Fuß hochgelegt… und ich habe endlich meinen Blog aktualisiert! ...und das das erste Mal seit meiner Abreise aus Deutschland am 15. Juni!!!
Foto 3: Schon vor meiner Ankunft in Dublin spürte ich innerlich, dass Gott wollte, dass ich mit Hannas und Eugenes Teenager-Sohn Michael spreche. Wir hatten tatsächlich einige sehr gute und, wie ich hinzufügen möchte, wichtige Gespräche. Es war schön, hier zu sein.
Foto 4: Die ursprüngliche Wikinger-Holzkirche der Christ Church Cathedral wurde um 1030 von Sitric Silkenbeard, dem nordischen König von Dublin, und Dúnán, dem ersten Bischof der Stadt, gegründet. Der Bau des heutigen Steingebäudes begann 1172 unter dem normannischen Ritter Strongbow und Erzbischof Laurence O’Toole. Es hat mich sehr beeindruckt, dass diese Kirche die Hälfte der christlichen Geschichte überdauert hat. Möge sie bis zur Wiederkunft Christi bestehen bleiben. Ich konnte mir hier (gestern) tatsächlich einen offiziellen Camino-Stempel für meinen Pilgerpass holen.
Foto 5: Ein Gebäude in Drogheda (auch gestern) mit vielen Blumen, das mir sehr gefallen hat…
Drogheda - Skerries - Dublin
Foto 2: Ungefähr 13 Kilometer lang ging es heute direkt am Strand entlang. Mein linker Fuß schmerzte zwar immer noch, aber auf dem weicheren Sand nicht so sehr wie auf der Straße. Ich freue mich schon auf den Ruhetag morgen.
Foto 3: Ich beschloss, meine Wanderung heute abzukürzen und den Strandabschnitt in Balbriggan zu beenden, anstatt weiter nach Skerries zu laufen. Das hätte eine weitere Stunde Fußmarsch auf der Straße bedeutet. Von Balbriggan nahm ich dann den Zug nach Dublin und ging von dort noch 8 Kilometer zu Fuß. Insgesamt legte ich mit schmerzendem Fuß etwas mehr als 33 Kilometer zurück.
Foto 4: Ein warmer Sommer-Samstagabend in Dublin…
Foto 5: Alex sah mich mit meinem Rucksack durch ihre Nachbarschaft laufen. Sie ist Wanderin und sieht nie Leute wie mich so durch Dublin gehen. Ihre Neugierde wurde stärk. Sie fragte mich, wohin ich ginge und warum. Interessant war, dass ihre Familie nicht besonders kirchlich war, aber nachdem ihr Vater den Jakobsweg gegangen war, war er dem Gedanken, dass Gott existieren könnte, sehr aufgeschlossen. Vor Kurzem hatte sich auch ihr jüngerer Bruder eine Bibel gekauft. Und nun unterhielten wir uns gerade über Gott… Es scheint, als ob Jesus an die Tür klopft. Ich betete für Alex und ihre Suche nach der Wahrheit. Sie versprach, die Biografie Jesu zu lesen. Möge Gottes Wille in ihrem Leben und in ihrer Familie geschehen.
Dundalk - Drogheda
Heute habe ich einen wichtigen Meilenstein erreicht: ich habe ein Viertel des Snail-Trail 4.0 geschafft. Ich danke Gott, dass er mich so weit gebracht und mir geholfen hat, die Rückschläge zu überwinden – zerbrochene Trekkingstöcke, ein kaputter Wasserfilter und ein kaputtes Handy. Am Ende des Tages heute stand ich vor einer neuen Herausforderung: einer großen Blase bildete sich an meinem linken Fuß. Es sollte ein sehr "harter" Tag werden… buchstäblich 41 Kilometer, fast ausschließlich auf harten, befestigten Straßen. Manche dieser Straßen waren stark befahren, andere hatten keinen Gehweg. In Schottland bin ich nicht so viel auf Straßen gelaufen. Meine Füße waren es wohl noch nicht so gewöhnt, über solche langen Strecken auf harten Überflächen zu gehen.
Foto 2: Trotzdem gab es hier und da schöne Aussichten.
Foto 3: Durch ein Dorf walken...
Foto 4: Eine alte Steinbrücke über den Fluss Dee… Ich liebe diese alten Brücken!
Foto 5: „David“
Mein Gastgeber für die Nacht war David, ein junger Mann aus einer der Kirchengemeinden, mit denen Patrick zusammenarbeitet. Auch er wurde durch Gottes Gnade von der Drogensucht befreit und verspürt nun den Ruf zum Dienst. Sein jüngerer Bruder Phil wohnt ebenfalls bei David. Wir hatten so eine Art Jüngerschaftsgespräch, das bis weit nach 23 Uhr dauerte, was für mich auf dem Snail-Trail ziemlich spät war. Es war aber eine gute Begegnung. Phil hat den entscheidenden Schritt getan, Jesus nachzufolgen. Danach sprachen wir darüber, was es bedeutet, in der Kraft des Heiligen Geistes zu leben, und baten Gott, uns mit seinem Geist zu erfüllen. Es war ein schöner Abschluss eines anstrengenden Wandertages. Ich habe übrigens bei David meine Füße in heißem Salzwasser gebadet, was mir etwas Linderung verschaffte.
Rostrevor - Dundalk
Foto 2: Ein Großteil des Weges führte heute an Straßen entlang, die teilweise stark befahren waren. Nicht weit von hier hatte ich mein erstes Gespräch über Gott mit einem Mann namens Peter. Er war neugierig, wohin ich mit so einem großen Rucksack unterwegs war. Diese Frage führte zu einem Gespräch und schließlich zu einem Gebet. Peter ist wie viele Menschen, denen ich auf dem Weg begegnet bin: Sie glauben an etwas oder jemanden da draußen, können sich aber nicht mit der Institution „Kirche“ identifizieren. Die Herausforderung besteht darin, Gottes Herzschlag zu spüren, ohne durch die Tragödien der menschlichen und kirchlichen Geschichte desillusioniert zu werden.
Foto 3: Die "Narrow Water" Wasserburg, die die Zufahrt nach Newry schützte. Hinter dieser Stelle wurde die Meeresenge sehr eng, besonders bei Ebbe.
Foto 4: Kurz vor Newry sah ich Jimmy allein auf einer Bank sitzen. Er trug seine Kappe verkehrt herum, sodass ich von hinten lesen konnte, was darauf stand. Auf seiner Mütze stand „Berlin, Deutschland“. Ich hielt an und fragte ihn, ob er aus Deutschland käme oder schon mal dort gewesen sei. Das war nicht der Fall, aber es entwickelte sich ein Gespräch, das zu einem Gespräch über Gott und einem Gebet führte – eine Begegnung ganz ähnlich wie die mit Peter.
Foto 5: Ich war überglücklich, nach einer 40 km langen Wanderung mit 809 Höhenmetern in der Sonne und größtenteils auf der Straße in Dundalk anzukommen. Ich spürte, wie sich eine Blase an meiner linken Fußsohle bildete. Ich würde die Nacht in Dundalk bei meinen Freunden und Kollegen Patrick und Michelle O’Loughlin verbringen. Sie waren wundervolle Gastgeber. Es ist immer ein Segen nach einer langen, anstrengenden Wanderung, nicht nach einem Schlafplatz und etwas zu essen suchen zu müssen, sondern duschen, schlafen und mit anderen Menschen, die ebenfalls mit Jesus unterwegs sind, zusammen sein zu können.
Newcastle - Rostrevor
Foto 2: Der Pfad führte dann durch ein Hochlandgebiet. Meine Wander-App registrierte 1422 Höhenmeter für den Tag.
Foto 3: Auf diesem Abschnitt des Weges war absolut niemand.
Foto 4: Als ich vom Hochland herunterkam, traf ich Steven McDonald an einer Weggabelung über einen Fluss. Zum ersten Mal habe ich meinen Wasserfilter ausprobiert… und bin nicht krank geworden! Steve wird diesen Dezember ebenfalls 70 und hat mit 15 Jahren, nur ein Jahr vor mir, zum Glauben an Jesus gefunden. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und füreinander gebetet.
Ein Stück weiter den Weg entlang traf ich einen jungen Iren namens Eugene. Er erzählte mir, dass er völlig drogenabhängig war und merkte, dass sein Leben rapid bergab geht. Eines Nachts schrie er zu Gott um Gnade und Barmherzigkeit und wachte am nächsten Morgen völlig clean auf. So ist es ihm seitdem geblieben, nun schon seit fast zwei Jahren. Ich antwortete: „Das ist mein Jesus! Wenn du ihn in der Not anrufst, wird er dir helfen.“ Ich betete für Eugene, dass Gott sein gnädiges Wirken in seinem Leben fortsetzen möge.
Foto 5: Das YWAM (Youth with a Mission) Haus in Rostrevor, wo ich die Nacht verbrachte. Nach einer langen, anstrengenden Wanderung durch die Berge war dies eine wahre Oase der Ruhe.
Downpatrick - Newcastle
Es tat gut, gestern einen zusätzlichen Ruhetag zu haben und heute nicht so früh aufbrechen zu müssen. Als ich meine Unterkunft verließ, sah mich die Hausbesitzerin mit meinem Rucksack und fragte, wohin ich ginge. Ich erzählte ihr, dass ich als Pilger von Schottland nach Deutschland wanderte. Daraufhin fragte sie, ob ich ein Segensgebet für sie und ihre Familie sprechen könnte. Das war das erste Mal auf dieser Reise, dass ich darum gebeten wurde… und ich tat es gern.
Ich fuhren dann mit dem Bus von Downpatrick zurück nach Belfast, in der Hoffnung, dass mein Handy schnell repariert werden könnte und ich meine Reise fortsetzen könnte.
Foto 2: „Meine Hilfe in der Not"
Manchmal läuft es einfach nicht so, wie man es sich wünscht…
Als ich mich dem Laden näherte, sah ich zwei junge Männer Anfang zwanzig, die gerade aufwachten, nachdem sie auf der Straße geschlafen hatten. Ich ging in den Laden, und Sanket (im Bild) begrüßte mich mit der guten Nachricht, dass das Display für mein Handy angekommen war und er es mir reparieren würde. Ich brauchte ungefähr eine Stunde, um es zu reparieren. Also ging ich zurück zu den beiden Leuten auf der Straße, unterhielt mich mit ihnen, betete mit ihnen und kaufte ihnen das Frühstück, um ihnen so Stewarts Segen aus Belfast weiterzugeben.
Als ich zurück im Handyladen war, war Sanket noch nicht fertig mit meinem Handy. Er würde es auch gar nicht fertigstellen können. Er tauschte das Display aus, aber es blieb jedes Mal schwarz, wenn ich es öffnete und schloss. Er versuchte, die Sensoren in beiden Teilen des Handys neu zu kalibrieren. Das dauerte Stunden… aber es half nichts. Das Handy musste zur Reparatur in die Hauptfiliale geschickt werden. Das würde mindestens eine Woche dauern. Ich schlug vor, mein defektes Handy zum Preis des Displays, den ich bereits bezahlt hatte, gegen ein generalüberholtes Samsung Galaxy S23 einzutauschen, welches sie im Angebot hatten. Sanket rief seinen Chef an und bekam die Zustimmung zum Tausch. Dann übertrug er alle meine Daten vom einen Handy auf das andere und brachte alles wieder zum Laufen. Er teilte sogar sein Abendessen mit mir und arbeitete 90 Minuten unbezahlte Überstunden, um alles zu erledigen. Zwischen Kundenverkehr und Reparaturen führten wir immer wieder gute Gespräche, und ich konnte ein Segensgebet für ihn sprechen, bevor ich den Laden verließ. Ich war dort achteinhalb Stunden!
Ich beschloss daraufhin, ein Bett in der Internationalen Jugendherberge in Belfast zu buchen. Auf dem Weg dorthin hielt ich an einem Laden, um mir Frühstück einzukaufen. Der Wachmann am Eingang war ein paar Jahre jünger als ich. Er zeigte mir, wo ich meine Tasche abstellen konnte, während ich einkaufte. Er meinte auch, er könne sehen, dass ich "ein rechtschaffener" Mann sei. Sein Name ist John Paul, und er ist ebenfalls ein Nachfolger Jesu. Als ich ihm erzählte, was ich vorhatte, bat er mich darum, ein Segensgebet für ihn zu sprechen, was ich gerne tat. Der Tag endete, wie er begonnen hatte. Und als Krönung hatte ich in der Jugendherberge ein wunderbares Gespräch über Gott mit einem 13-Jährigen und seiner Mutter. Die Dinge laufen vielleicht nicht immer so, wie wir es uns wünschen, aber wenn Gott mitwirkt, wird alles gut.
Foto 3: Die St. Patrick's Cathedral in Downpatrick
Foto 4: Eine Perspektive von der Friedhof mit Blick auf die irische Landschaft
Belfast - Downpatrick
Als ich heute Morgen an der Friedensmauer entlangging, stieß ich auf dieses Relief, das den Frieden darstellt, der vom Kreuz Jesu Christi kommt. Unter dem Kreuz befindet sich eine Inschrift aus Epheser 2,14:
„Denn er selbst ist unser Friede. Er hat die beiden Gruppen zu einer Einheit verbunden und die trennende Mauer der Feindschaft niedergerissen.“
Die kunstvolle Darstellung dieses Verses war ein gemeinsames Projekt von Christen beiderseits der Mauer. Ich war sehr erfreut, dies zu sehen.
Foto 2: Davy ist 74 Jahre alt. Er hat ein Kreuz auf der Stirn tätowiert, das mir sofort ins Auge fiel. Davy lebt seit 18 Jahren auf den Straßen von Belfast. Als Pilger kann ich mich ein wenig in die Lage von Obdachlosen hineinversetzen, besonders wenn man bei Regen einen trockenen Platz zum Mittagessen sucht. Obwohl ich Kreditkarte und Bargeld bei mir trage, ist jeder Tag ein Kampf ums Überleben, der die Frage aufwirft: Werde ich diesen Tag überstehen? Wo sollte ich Essen und Trinken finden? Wo sollte ich abends schlafen? Davy erzählte mir, er sei ein Nachfolger Jesu und als Kind kilometerweit zur Sonntagsschule gelaufen. Ich erzählte ihm von Stewart und wie Gott ihm geholfen hatte, von der Straße in ein eigenes Zuhause zu kommen. Ich betete mit Davy... und kaufte ihm sein Mittagessen.
Foto 3: „Falscher Weg?“
Was für ein Tag! Ich hatte gut angefangen und musste insgesamt 40 Kilometer bis Downpatrick zurücklegen, wo sich das Grab von St. Patrick befindet. Nach etwa 5 Kilometern am Stadtrand von Belfast gab der Bildschirm meines Klapphandys den Geist auf... kein GPS, keine Karte, kein WhatsApp, keine E-Mails, kein Telefon, keine Kamera… gar nichts mehr. Beim verzweifelten Drücken der Tasten, um den Bildschirm wieder zum Laufen zu bringen, machte mein Handy irgendwie einen Screenshot von dem nicht mehr funktionierenden Bildschirm. Dieses Foto dokumentiert den Moment des Desasters. Was sollte ich tun? Ich konnte keinen Schritt mehr Richtung Downpatrick gehen. Ich sagte Richtung Himmel: „Jesus, du hast eine Lösung dafür...“, und beschloss, mit dem Bus zurück nach Belfast zu fahren. An der Bushaltestelle traf ich einen jungen Mann aus Indien und fragte ihn, ob er eine Handyreparaturwerkstatt in Belfast kenne. "Zufallig" arbeitete sein Freund in einem Handyreparaturladen, und er nahm mich dorthin mit. Ein neues Display wurde bestellt und sollte am nächsten Tag eintreffen. Da ich bereits ein Zimmer in Downpatrick gebucht und bezahlt hatte, beschloss ich, mit dem Bus dorthin zu fahren, das Grab des heiligen Patrick zu besuchen und mir nach der anstrengenden Wanderung durch Schottland einen zusätzlichen Ruhetag zu gönnen.
Foto 4: „Alfie“
Auf dem Weg zum Grab des heiligen Patrick sah ich fünf Zwölfjährigen auf einer Parkbank sitzen, die die Sonne genossen, die sich so selten in den letzten Tagen zeigen ließ. Wir kamen ins Gespräch. Ich erzählte ihnen meine Geschichte, wie Gott in ihrem Alter meine Aufmerksamkeit gewonnen hatte und mich zu ihm zog, und betete für sie. Besonders Alfie schien an dem, was ich zu sagen hatte, interessiert zu sein. Er schenkte mir ein Band mit Metallklöppeln von seinem Sportverein und bat mich, es in einen Fluss in der Nähe meines Zuhauses in Deutschland zu werfen. Ich sagte ihm, dass ich keine Dinge in den Fluss werfen wolle, sondern das Band mit nach Deutschland nehmen und ein Foto davon in diesem Blog posten würde, wenn ich auf meiner letzten Etappe des Snail-Trails die Isar in der Nähe meines Zuhauses erreicht hätte. Auf dem Foto kann man es nicht so gut erkennen, aber das Band hängt von Alfies linker Hand herunter. Wäre ich heute die Strecke nach Downpatrick gelaufen, hätte ich Alfie und seine Freunde nicht getroffen.
Photo 5: Die Geschichte des heiligen Patrick fasziniert mich. Geboren um 385–387, wurde er mit 16 Jahren von Piraten entführt und sechs Jahre lang in der irischen Wildnis versklavt, wo er eine tiefe Hingabe zum Gebet entwickelte. Nach seiner Flucht zurück nach Britannien hatte er einen Traum, in dem ihn die Iren baten, zurückzukehren und wieder unter ihnen zu leben. Er kehrte als Bischof nach Irland zurück, um das Christentum zu verbreiten und nutzte dabei bekanntermaßen das irische Kleeblatt, um die Lehre der Heiligen Dreifaltigkeit zu vermitteln. Das Wirken des Heiligen Geistes war in seinem Leben und Wirken deutlich spürbar. Dieser Stein markiert Patricks letzte Ruhestätte. Wenn du das Foto vergrößerst, kannst du sehen, dass sein Name aufcdem Stein noch teilweise lesbar ist. Ich saß dort am späten Nachmittag und betete, dass Gott das, was er in den Tagen des heiligen Patrick in Irland begonnen hatte, heute wiederbeleben und fortsetzen möge.

