12. Aug 2025
Hastings - New Romney
Streckeninfo:
30.31 km
282 hm
ca. 6h 2m
Strecken-Detail-Ansicht
Foto 1: „Ein feste Burg ist unser Gott“
Camber Castle, erbaut im 16. Jahrhundert, war einst eine bedeutende Festung. Es erinnerte mich an Martin Luthers Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“. Doch Gott ist immer gegenwärtig, er altert nie und verliert weder an Macht noch an Bedeutung. Er ist „eine gute Wehr... Er hilft uns frei aus aller Not". Wie Paulus im Römerbrief schrieb: "Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?" Das würde ich später am Tag noch brauchen…
Foto 2: Der Weg führte mich langsam zurück zum Ufer. Es war ein warmer, sonniger Tag, daher freute ich mich über die Brise und den Schatten zwischendurch.
Fotos 3 + 4: Kurz vor dem Strand kam ich an einem Parkplatz vorbei. Eine Parkplatzwächterin fragte mich, ob ich eine kalte Flasche Wasser möchte. Ich nahm sie gerne an! Ich würde ja nur drei Kilometer am Strand entlanglaufen.
Foto 5: Der Weg führte dann ein ganzes Stück an einem Binnensee entlang. Gegen 19:00 Uhr erreichte ich endlich den Campingplatz. Die Rezeption hatte allerdings schon um 17:00 Uhr geschlossen. Ich rief die Nummer an, die für Gäste mit Reservierung und Nachschlussankunft angegeben war. Ich hatte es zwar schon früher am Tag versucht, anzurufen, war aber nicht durchgekommen. Ich hatte also keine Reservierung. Der Mann am anderen Ende der Leitung erklärte mir, dass ich ohne Reservierung nicht bleiben könne, der Platz sei voll belegt und sie hätten schlechte Erfahrungen mit Wanderern und Radfahrern gemacht, die abends nach Schließung ankämen und am nächsten Morgen vor Öffnung der Rezeption wieder abreisten, ohne zu bezahlen. Mir blieb keine andere Wahl. Da ich Wasser brauchte, fragte ich, ob ich wenigstens meine Wasserflaschen auffüllen dürfe. Kurz darauf kam ein Mann mit dem Handy in der Hand aus einem nahegelegenen Haus. Er sah mich an und meinte, sein Chef wäre nicht darüber erfreut, was er jetzt machen würde, und zeigte mir eine kleine Ecke, wo ich mein Zelt aufbauen könnte. Ich versprach ihm, nicht vor Öffnung der Rezeption abzureisen, obwohl ich am nächsten Tag eine 40 km lange Wanderung geplant hatte und eigentlich früh losmusste. Ich war einfach nur froh, Wasser und einen Schlafplatz zu haben.
Die Thunfischdose, die ich fürs Abendessen gekauft hatte, war nicht so eine, die man einfach aufzieht. Wie konnte ich das beim Kauf nur übersehen haben? Ich fragte einen anderen Camper, ob er vielleicht einen Dosenöffner hätte, und zum Glück hatte er einen. Er gab mir auch zwei Packungen Gemüsesuppe für den Notfall mit. Es sollte sich als wahre Vorsehung Gottes erweisen, dass ich sie ein paar Tage später doch brauchen würde.
Ich war so froh, mich kurz nach 21:00 Uhr in meinem Zelt schlafenzulegen… und dann schaute ich auf mein Handy. Der Akku lud nicht, und ich hatte nur noch 2 %. Mein Ladekabel hatte keinen richtigen Anschluss. Letztes Jahr in Polen hatte ich eine ähnliche Situation. Schmutz und Dreck waren in die Ladebuchse gelangt. Ich nahm mein Handy mit in die Campingküche, wo ich eine Steckdose und eine Ablagefläche hatte. Endlich hatte ich das Kabel und das Handy so positioniert, dass der Akku geladen werden konnte. Es war mittlerweile weit nach 22:00 Uhr. Ich entschied mich dafür, am nächsten Morgen mit dem Bus nach Hythe zu fahren, wo es einen Handyreparaturladen gibt. Das würde die Strecke der morgigen Etappe um 19 Kilometer verkürzen… wahrscheinlich auch eine gute Sache für mein rechtes Bein. Gott ist ein feste Burg. Er hilft uns frei aus aller Not.




