31. Jul 2025
Jezioro Kruklin - Gierłoz
Streckeninfo:
35.92 km
516.00 hm
ca. 8h 7m
Strecken-Detail-Ansicht

Foto 1: Dieser Abend sollte der einzige in dieser Woche sein, an dem ich im Zelt schlief. Ich hatte keine Ahnung, auf was für eine historisch trächtige Stelle dieser Campingplatz sei, nur dass in meiner Hiking-App ein Campingsymbol mit dem Namen „Wolfsschanze“ angezeigt wurde. Jetzt weiß ich es…
Foto 2: Von Kruklanki aus nahm ich einen anderen Weg als den Jakobsweg. Dieser war einer von denen, bei denen ich mich fragte, warum er nicht der offizielle Jakobsweg sei. Er ließ sich sehr gut wandern, abseits der Straße, durch Wälder und Felder, entlang von Wasserläufen und vorbei an dieser gesprengten Brücke. Sie war einst eine wichtige Verbindung zwischen Kruklanki und Lötzen. 1918, im Ersten Weltkrieg, sprengten die Deutschen sie, um den Vormarsch der sowjetischen Truppen zu verhindern. Nach dem Krieg wurde die Eisenbahnbrücke wieder aufgebaut. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs bereiteten die Deutschen dann eine erneute Sprengung vor. Der Sprengstoff wurde entfernt, weil der Krieg zu Ende ging, aber eine Ladung wurde übersehen. Im Dezember 1945 sprengten die Einheimischen die Brücke selbst mit diesem Sprengstoff, um russische Truppen am Einmarsch und Plündern zu hindern. Die gesprengte Brücke ist eine der vielen Narben der Geschichte, die uns an die Tragödien und das Leid der Vergangenheit erinnern.
Foto 3: Ich bin immer wieder erstaunt, wie aus dem Nichts eine göttliche Fügung geschieht. Ich ging auf einer Landstraße an einem See entlang und kam an einer Anlage vorbei, die für Sommercamps genutzt wird. Diese beiden Betreuerinnen bringen Studenten unter anderem Segeln und Rettungsschwimmen bei. Sie machten gerade eine Pause, um mit dem Hund Luka Gassi zu gehen... Ich habe nicht daran gedacht, den Frauen nach ihren Namen zu fragen. Wir unterhielten uns und ich durfte für sie beten und sie segnen. Sie boten mir eine Tasse Tee an, aber heute war meine dritte 40-km-Etappe in dieser Woche, und ich musste einfach weiterziehen.
Foto 4: Dies war wieder einer dieser „anderen“ Wege, die ich einschlug, und ich war überrascht, einen Hügel hinaufzugehen und dann dieses wunderschöne Sonnenblumenfeld zu sehen.
Foto 5: Jetzt weiß ich es... Der Campingplatz, auf dem ich heute Abend übernachtet habe, war Teil der historischen Wolfsschanze, wo Hitler eine riesige Militärfestung mit Bunkern mit bis zu fünf Meter dicken Betonmauern errichtet hatte. Hier verübte Claus Schenk von Stauffenberg am 20. Juli 1944 um 12:42 Uhr ein Attentat auf Hitler, indem er eine Bombe unter einem Tisch platzierte, die während einer Stabsbesprechung explodierte. Mein Zelt stand wahrscheinlich weniger als 200 Meter vom Ort des Attentats entfernt. Dieses Foto zeigt die Überreste von Hitlers Bunker. Er lebte nur zwölf Tage darin, bevor er in den Bunker in Berlin zog, wo er bis zu seinem Tod am Ende des Krieges blieb.
Ich war sehr bewegt von dem, was ich sah und als es mir bewusst wurde, was auf diesem Gelände geschehen war. Nachdem ich durch die Bunkerruinen ging, sprach ich kurz mit einem Paar aus Deutschland, das mit einem Wohnmobil auf dem Campingplatz war. Ich sagte, die Bunker wurden gebaut, um Luftangriffen standzuhalten, aber nichts, was Menschen bauen, hält ewig. Diese Ruinen erinnern uns daran, dass jedes politische System, das der Mensch je erdacht hat, letztendlich irgendwann gescheitert ist. Wenn Gott nicht im Garten ist, wird der Tod hineinkommen und ihn zerstören...
Es gibt noch eine weitere „Narbe der Geschichte“, die ich erwähnen möchte. In der Offenbarung des Johannes erscheint Jesus als das Lamm, das geschlachtet wurde und dennoch lebt. Aus Jesu Gespräch mit Thomas nach seiner Auferstehung wissen wir, dass seine Wunden von der Kreuzigung noch immer sichtbar sind. Dies sind die einzigen Narben der Geschichte, die das Herz eines Menschen und die Seele einer Nation wirklich heilen können.