29. Jul 2025
Bakałarzewo - Mazury
Streckeninfo:
39.02 km
588.00 hm
ca. 8h 59m
Strecken-Detail-Ansicht

Foto 1: Der heilige Jakobus der Ältere, der Schutzpatron der Pilger. Die Jakobskirche in Bakałarzewo, wo die heutige Etappe begann.
Foto 2: Ich glaube, ich weiß, wie sich dieser Storch fühlt. Heute ist einer dieser Tage, die man einfach durchstehen muss. Da ich meine Route geändert hatte, um in Borki einen trockenen Übernachtungsplatz zu haben, musste ich 6 km zusätzlich laufen, insgesamt etwa 47 km an diesem Tag. Das wäre ein neuer persönlicher Rucksackrekord für mich gewesen, aber ehrlich gesagt hatte ich keine Lust, Rekorde zu brechen. Ich wusste, dass ich heute eine lange Stecke hätte und dass es fast den ganzen Tag regnen würde …
Dann tauchte ein unerwartetes Puzzleteil auf. Es war ein Engel namens Josef, der mit seinem Auto nach Olecko fuhr. Zuerst überholte er mich, hielt dann an und fuhr etwa 200 Meter rückwärts dorthin, wo ich gerade im Regen am Gehen war. Als ich sah, wie er rückwärts auf mich zukam, fragte ich Jesus, ob er das von ihm sei und ob der Fahrer mir anbieten würde, mich nach Olecko zu bringen und ob ich dann zusagen sollte. Und so geschah es. Josef kurbelte das Fenster herunter und fragte, ob ich nach Olecko laufe und ob ich mitfahren möchte. Ich will keine Rekorde aufstellen. Ich will überleben. Ich sagte ja. Das ersparte mir 5 km oder etwas mehr als eine Stunde Fußmarsch. Ich fragte Josef, ob er Jesus liebe. Er sagte ja und zeigte mir ein Bild von Jesus, das er in seinem Auto hatte. Ich sagte ihm, dass ich das Bild von Jesus in meinem Herzen trage. Ich betete für Josef, bevor er mich bei einem Kaufland absetzte. Es war fast Mittag. Ich sah eine wunderbare Spinat-Tomaten-Quiche und kaufte sie sofort. Es war kurz vor Mittag, und direkt neben der Bäckerei stand eine Bank. So hatte ich ein gutes Essen und konnte beim Essen im Trockenen sitzen. Josefs freundliche Geste half, die Schmerzen des Tages zu lindern.
Foto 3: Es gab einen schönen Wanderweg entlang des Sees in Olecko.
Foto 4: Heute war definitiv Entenwetter...
Foto 5: Das ist ein normaler Jakobsweg durch den Wald. Manchmal nehme ich andere Wege, die ich im Vorfeld ausgearbeitet habe und die interessanter aussehen, weniger auf der Straße verlaufen oder kürzer sind. Manche dieser „anderen“ Wege können ziemlich abenteuerlich sein, und hinterher verstehe ich, warum sie nicht für die breite Pilger-Öffentlichkeit zugänglich sind. Meistens mag ich die Herausforderung. In solchen Momenten gerät man in den Überlebensmodus, verliert das Zeitgefühl und spürt Schmerzen in Füßen und Schultern nicht so sehr. Es ist immer wieder aufregend, dann wieder auf den Jakobsweg zu stoßen und wieder normal zu gehen. Ich hatte heute einen dieser abenteuerlichen Wege. Manchmal sind meine „anderen“ Wege ganz schön, und ich sehe Dinge, die ich sonst nicht gesehen hätte. Dann frage ich mich, warum die Pilger nicht auf diesen Weg gelotst werden.