28. Jul 2025
Wigry - Bakałarzewo
Streckeninfo:
41.19 km
659.00 hm
ca. 9h 28m
Strecken-Detail-Ansicht
Video: Vogelruf am frühen Morgen...
Foto 1: Blick auf das Kloster von der anderen Seeseite...
Ich wusste, dass dies eine anstrengende Woche werden würde, mit Regenprognose und langen Wanderstrecken. Ich beschloss, meinen Biorhythmus von der baltischen Zeitzone beizuhalten, um früher starten zu können. Der Grenzübertritt änderte nichts am Sonnenaufgang. So stand ich heute um 4:30 Uhr in der polnischen Zeitzone auf, mein Körper sagte mir aber, es sei 5:30 Uhr. Mein Ziel ist es immer wenn möglich, bis zur Mittagspause etwa die Hälfte der Etappe geschafft zu haben. Die Strecken heute und morgen wären etwas über 42 Kilometer lang, am Donnerstag fast 41 Kilometer. Ich muss also früh starten, um es bis zum frühen Abend zu schaffen.
Foto 2: Jeder Tag ist wie ein Puzzle mit vielen verschiedenen Teilen, und am Ende des Tages blickt man zurück und sieht das vollständige Bild namens „Heute“. Die Route ist ein Puzzleteil, besonders wenn es Hindernisse, Umwege oder falsche Abzweigungen gibt. Die Suche nach Essen und Trinken, einem Schlafplatz und der Umgang mit den Wetterbedingungen sind weitere Puzzleteile. Dann könnte es ein God-appointment oder God-talk geben, das dem Gesamtbild von „Heute“ einen ganz anderen Fokus verleiht. Manchmal hat man ein Puzzleteil in der Hand und weiß aber einfach nicht, wann und wo man es einsetzen soll.
Bogdan war so ein Puzzleteil. Vor drei Wochen bekam ich dieses Puzzleteil von der Gastgeberin eines Hostels in Lettland. Sie sagte, Bogdan spreche etwas Deutsch und könne mir vielleicht bei der Suche nach Unterkünften für die ersten zwei Wochen in Polen helfen. Sie gab mir seine Telefonnummer und eine Liste mit möglichen Übernachtungsmöglichkeiten für eine Nacht auf dem ersten Abschnitt des Camino Polska, die er ihr einmal gegeben hatte. Da es so viel geregnet hatte und es noch immer regnete, beschloss ich, nach Alternativen zum Zelten zu suchen. Am Sonntagnachmittag im Kloster nahm ich mir die Zeit, meine Route anhand von Bogdans Liste zu überarbeiten. Die Rezeptionistin des Klosters half mir, ein paar Anrufe zu tätigen, aber ich konnte nicht alle gewünschten Kontakte erreichen. Ich rief also Bogdan an und erfuhr, dass ich heute Mittag durch seine Stadt Suwałki laufen würde. Er bestand darauf, dass wir uns treffen und anschließend gemeinsam eine Tasse Tee trinken. Es war ein Puzzleteil von etwa anderthalb Stunden von dem Bild „Heute“, aber es half mir sehr, viele anderen Puzzleteile für die kommenden Tage aufzureihen. Auf diesem Foto ist zu sehen, wie Bogdan für mich telefoniert. Er war eine große Hilfe und eine Gebetserhörung. Als ich am Samstag nach Wigry ging, war ich überwältigt von den vielen Puzzleteilen, die ich in den nächsten zwei Wochen in Polen zusammensetzen musste. Jetzt sehe ich langsam das Bild…
Foto 3: Es hat heute ziemlich viel geregnet…
Foto 4: Vögel im Flug…
Foto 5: Ich war so froh, heute Nacht ein Bett und eine trockene Unterkunft zu haben. Die ganze Woche, außer Donnerstag, werde ich an Orten und in Unterkünften übernachten, die mit Hilfe von Bogdan gebucht wurden. Heute Nacht habe ich in einem Privathaus in der Nähe eines Sees übernachtet, das drei Zimmer für Gäste zur Verfügung hatte. Ich traf hier meine ersten beiden polnischen Pilgerinnen, die ebenfalls heute in Wigry aufgebrochen waren. Sie nahmen jedoch den Bus nach Suwałki, etwa 17 km von Wigry entfernt. Ich erinnere mich nicht an die Namen der Gastgeber, aber sie waren sehr freundlich und bereiteten uns zum Abendessen polnische Teigtaschen, Pierogi, zu. Es regnete, und ich kam später an als gewollt. Die beiden polnischen Pilgerinnen waren mit dem Essen fertig, als ich geduscht und mir trockene Kleidung angezogen hatte. Kati (Foto) sprach etwas Englisch und blieb da, um beim Übersetzen zu helfen. Sie war auch sehr daran interessiert, von meinen Reisen und Erlebnissen zu hören. Nach dem Essen bot ich an, für alle ein Segensgebet zu sprechen. Kati und die Gastgeber waren davon sehr berührt. Besonders die Gastgeberin hatte Tränen in den Augen. Ich versicherte ihnen, dass Jesus sie liebt, und spürte den Impuls, ihnen das Foto zu zeigen, das ich am 24. Juli gepostet hatte. Es zeigt eine Holzschnitzerei von Jesus, der am Kreuz hängt und der Kirche zugewandt ist. Ich sagte, als Jesus am Kreuz hing, sah er uns. Er tat es für uns. Es bereitete ihm in seinem Leiden Freude zu wissen, dass wir glauben würden. Die Tränen kamen immer wieder. Es war ein besonderer Moment. Ich war wirklich froh, dass es regnete und ich meine Pläne ändern musste …