19. Jun 2025

Leitirfearn - Gairlochy Locks

Streckeninfo:

26.7 km 773 hm ca. 7h 25m

Strecken-Detail-Ansicht


Foto 1: „Willys erste Nacht im Zelt …“
Der Campingplatz sollte eigentlich eine Toilette und eine Dusche haben. Deshalb brauchte ich den Schlüssel. Es gab zwar eine Toilette, aber die war vom Wind umgeworfen worden und lag auf dem Rücken. Es gab keine Wasserversorgung … und mein Wasserfilter funktionierte nicht. Ich musste mein Wasser rationieren.
Da war auch eine Gruppe Kinder, die auf einer Kanutour waren und ebenfalls dort übernachteten. Ich hatte Gelegenheit, ein paar der Betreuer und ein kleines Mädchen, das sich beim Spielen den Fuß verletzt hatte, von meinen Pilgergeschichten zu erzählen. Das erinnerte mich an meine Zeit bei den Royal Rangers.

Es regnete die ganze Nacht und bis weit in den Morgen hinein, deshalb kam ich heute spät los. Gerade als ich mich zum Aufbruch bereit machte, kamen mir zwei ältere Damen aus Neuseeland entgegen. Ich grüßte sie und fragte, wie es ihnen gehe. Die eine, Betty, antwortete, dass sie einen geliebten Menschen verloren habe. Vor nur zwei Tagen, während ihrer Wanderung, erhielt sie die tragische Nachricht, dass ihre 52-jährige Nichte unerwartet und plötzlich während ihrer Flitterwochen verstorben war. Ich sprach ihr mein Beileid aus und versicherte ihr die Hoffnung, die wir in Jesus haben, der Tod und Grab besiegt hat. Als ich für Betty und ihre Begleiterin betete, spürte ich die starke Gegenwart des Herrn. Ich glaube, auch sie spürten eine Berührung vom Himmel. Sie waren sehr dankbar für das Gebet und die Begegnung… und gaben mir etwas Wasser für den Start in den Tag.

Foto 2: In Schottland blühen noch viele Rhododendren. Ich liebe Rhododendren!

Nach etwa zwei Stunden erreichte ich eine Schleuse, wo ich endlich meinen Schlüssel benutzen konnte, um eine Toilette aufzusuchen und Wasser zu holen. Als ich herauskam, wartete dort eine Gruppe junger Leute, die ebenfalls die Toilette benutzen wollten. Wir kamen ins Gespräch über meine Reise. Schließlich war nur noch ein junger Mann, Louis, übrig, nachdem die anderen in ein nahegelegenes Café weitergezogen waren. Er wollte wissen, was mich zu dieser Reise inspiriert hatte. Ich wusste in diesem Moment, dass Gott wollte, dass ich mit ihm über spirituelle Wahrheiten spreche. Louis wuchs in einem christlich geprägten Umfeld auf, wandte sich aber nun immer mehr dem Islam zu. Sein Hauptproblem war das Verständnis der christlichen Trinitätslehre. Ich gab ihm einen fünfminütigen Schnellkurs, in dem ich ihm anhand von Genesis 1,1-3 den einen Gott erklärte, der sich in Vielheit offenbart. Er antwortete, dass auch im Koran Allah von „wir“ spreche, wenn es um die Schöpfung gehe. „Siehst du“, sagte ich, „Gott in Vielheit, der ein Gott ist.“ Die Schlussfolgerung lautet: Jesus ist Gott, der Sohn. Hoffentlich führen diese Gedanken zu einem tieferen spirituellen Verständnis.

Foto 3: Viel Regenwasser fließt von den Anhöhen herab …

Foto 4: „Der Great Glen Way – Tag 4“ Nicht weit von dieser Wegbiegung entfernt traf ich auf einen echten Schotten, Rob MacGregor. Er erzählte mir, dass sein Name etwa 70 Jahre lang in Schottland verboten und verbannt gewesen sei, weil sein Clan mit den Briten verfeindet war und gegen sie gekämpft hatte. Rob sagte in unserem Gespräch auch, dass er glaube, es gäbe etwas Größeres als die Menschheit, wisse aber nicht genau, was. Ich betete für ihn, dass er diesen Gott erkennen möge, der die Schönheit der Schöpfung erschaffen hat, die wir gerade betrachteten.

Foto 5: „Sicherer Bär“
Ich bin froh, dass ich auf dieser Reise nicht nach Bären Ausschau halten muss!

Impressionen