28. Jul 2025

Barry - Peterstone Wentlooge

Streckeninfo:

35.38 km 338 hm ca. 7h 38m

Strecken-Detail-Ansicht


Video: „Song of Welsh Revival“

Das ist eine erstaunliche Geschichte. Gestern Abend suchte ich im Internet nach Informationen über den Campingplatz Ty Coch in Peterstone, wo ich heute Abend übernachten wollte. Auf der Website stand, dass eine Reservierung im Voraus unbedingt erforderlich sei. „Oh nein“, dachte ich. „Ich habe keine, und es gibt in der Gegend keine andere Übernachtungsmöglichkeit." Vom Ort Barry bis zum Campingplatz wären es 36 km gewesen, und bis zur nächsten Stadt, Newport, noch einmal mehr als 10 Kilometer. Als ich heute früh den Campingplatz anrief, hoffte ich inständig auf eine Zusage. Doch ich erhielt eine Absage. Ich schilderte meine Situation und erklärte, dass ich lediglich 2 m² Platz bräuchte; ich sei zu Fuß unterwegs, müsse die Strecke bis zum Campingplatz noch heute bewältigen und habe keine anderen Optionen. Ich sprach mit Maria, die mir sagte, sie würde sich in wenigen Minuten bei mir melden. Nach einer halben Stunde schickte ich eine WhatsApp-Nachricht mit einem Link zur ‚Snail-Trail‘-Website, um meine Geschichte zu belegen – dass ich nämlich zu Fuß von Schottland nach Deutschland unterwegs bin. Kurz darauf erhielt ich die Antwort, dass heute Elektroarbeiten durchgeführt würden und sie und ihr Mann eine Ruhepause benötige, sie aber dennoch etwas für mich tun wollten... wann ich denn voraussichtlich eintreffen würde? Wenig später rief mich Maria per WhatsApp an und fragte, was ich davon hielte, wenn sie einige Freunde einlüde, damit diese meine Geschichte hören könnten. Ich könne dann gemeinsam mit ihnen zu Abend essen. Dem stimmte ich natürlich sofort zu! Es stellte sich heraus, dass Maria und ihr Mann Nigel, denen der Campingplatz gehört und die ihn betreiben, auch eine Hausgemeinde in ihrem Zuhause leiten. Sie sind schon seit vielen Jahren in Wales im geistlichen Dienst tätig. Ihre guten Freunde und langjährigen Weggefährten Andrew und Deb kamen ebenfalls für den Abend vorbei.

Wie soll ich das beschreiben? Ich war so enttäuscht gewesen, dass ich auf meinem Weg durch Wales nirgendwo Anschluss an eine christliche Gemeinde gefunden hatte. Und nun war ich Teil eines spontanen Hauskreistreffens. Ich erzählte meine Geschichte: wie Gott mir half, ein Sprachproblem zu überwinden, und wie er meine Seele von der Angst vor dem Sprechen heilte, als er mich mit dem Heiligen Geist erfüllte. Ohne das wäre ich niemals Pastor geworden, nie nach Europa gekommen und hätte sicherlich niemals einen ‚Snail-Trail‘-Marsch unternommen. Das Singen spielte eine entscheidende Rolle bei der Erweckungsbewegung in Wales damals vor etwas mehr als hundert Jahren. Auch heute prägt der Gesang ganz stark die geistliche Erfahrung. Die zwei Ehepaare sangen mir das walisische Erweckungslied vor, dessen Melodie auf der Nationalhymne basiert. Man konnte die Leidenschaft und den Glauben in ihrem Gesang förmlich spüren. Als Antwort darauf sang ich mein Pilgerlied und betete anschließend für Wales. Es folgte eine spontane Lobpreiszeit, und dann hatte Maria einen prophetischen Impuls bezüglich eine blaue Pilotflamme, die in Wales ein Lauffeuer der geistlichen Erneuerung entfachte. Offenbar hatte Evan Roberts, die Schlüsselfigur der Erweckung von 1904 in Wales, zu Beginn seines Dienstes eine ähnliche Vision. Möge dieses blaue Feuer der göttlichen Kraftausrüstung wieder brennen! Dies war einfach ein wunderbarer Abschluss meines Gebetswegs durch Wales.

Foto 1: „Vom Wind geformte Bäume“
Im Vordergrund sieht man einen kleineren Baum, der nicht mehr lebt. Er wurde im Laufe der Jahre durch die Kraft des Windes gebeugt. Dahinter sieht man einen größeren, lebendigen Baum, der ebenfalls vom Wind geformt wurde. Ich möchte dies als prophetisches Bild für Wales sehen... dass die Winde des Heiligen Geistes, die einst durch das Land wehten und dessen geistliche Ausdrucksform des Christentums prägten, ihr erlösendes, erneuerndes und kraftspendendes Werk erneut vollbringen werden.

Foto 2: Es ist interessant, wie göttliche Begegnungen manchmal einfach geschehen. Zu Beginn meiner heutigen Wanderung sah ich einen Mann namens Gareth, der an der Rückenlehne einer Parkbank Liegestütze machte. Ohne mir viel dabei zu denken, sagte ich, dass Liegestütze gut seien und dass ich zur Vorbereitung auf das Tragen meines Rucksacks auf dem „Snail-Trail“ täglich 100 Stück gemacht hätte. Er antwortete, er habe früher 1000 am Tag geschafft, sei aber durch eine schwere Infektion zurückgeworfen worden und versuche nun, sich langsam wieder aufzubauen. Es folgte ein God-talk. Nachdem ich für ihn gebetet hatte, ermutigte ich ihn, Jesus kennenzulernen, zur Quelle zu gehen und dessen Biografie zu lesen – die ersten vier Bücher des Neuen Testaments. Er sagte, er habe kürzlich genau darüber nachgedacht und sei sehr dankbar für diesen Anstoß in diese Richtung.

Nach einer Pause, in der ich einen Apfel aß, kamen Kevin und David (siehe Foto) um die Ecke. Sie sind Wanderfreunde, und heute war ihr Wandertag. Kevin ist ein Nachfolger Jesu, während David noch nicht ganz so weit ist. Da wir in dieselbe Richtung unterwegs waren, legten wir die nächsten Kilometer gemeinsam zurück. Ich glaube, Gott nutzte diese Begegnung, um uns alle durch unsere Gespräche und die gemeinsame Gebetszeit vor unserer Trennung zu ermutigen... genau das, was ich brauchte, bevor ich durch ein sehr ungemütliches Industriegebiet gehen musste.

Foto 3: „Teil der Reise...“
Es war laut, staubig und nicht besonders sicher. Der "Wales Coastal Path" war an einer Stelle versperrt, und dies war die einzige Alternative. Kurz nachdem ich dieses Foto gemacht hatte, endete der schmale Gehweg. Ich beschloss, quer über ein Feld zu gehen, um zu einem Wohngebiet zu gelangen und dort hoffentlich wieder auf den Küstenweg zu treffen. Dafür musste ich über drei Zäune klettern, aber ich schaffte es.

Foto 4: „Kühe grasen im Überschwemmungsgebiet“

Die wunderschönen Klippen sind nicht mehr da, aber das Wandern an der Küste ist immer noch schön. Im Hintergrund sieht man schon England.

Foto 5: „Die Schäferhütte“

Maria und Nigel waren so nett zu mir. Sie erlaubten mir, in ihrer Schäferhütte auf ihrem Campingplatz zu übernachten – einem umgebauten Holzwagen. Ich habe wunderbar geschlafen und mich sehr wohl gefühlt. Vielen Dank, Maria und Nigel! Der Tag begann mit einer Absage und endete mit einer herzlichen Aufnahme. Das ist Jesus. Das ist Gottes Volk. Das ist wieder so ein Wunder, das auf dem Snail-Trail geschieht.

Impressionen