15. Jun 2025
Airport - Inverness
Streckeninfo:
10.1 km
117 hm
ca. 2h 10m
Strecken-Detail-Ansicht
Foto 1: „Unterwegs“ … Vier Monate Planung werden nun Realität. Mit diesem ersten Schritt betrete ich eine andere Welt, die eines Wanderers, eines Pilgers, eine Welt der Einfachheit. Viele Fragen und Gefühle durchfluten mich: Werde ich es schaffen? Wie werden Wetter und Wegverhältnisse sein? Werde ich sicher sein, mich verletzen, krank werden? Was mag Gottes Plan für diese Reise sein? Die Zeit wird es zeigen, Tag für Tag …
Foto 2: „Der Kaledonische Kanal“ Diese Woche wandere ich auf dem Great Glen Way, der durch eine Reihe von Schleusen und Seen führt und so einen Wasserweg durch Schottland von Fort Williams im Südwesten bis nach Inverness im Nordosten bildet. Die meisten Wanderer gehen von Fort Williams nach Inverness, da die anspruchsvolleren Wanderungen am Ende liegen. Ich gehe in die entgegengesetzte Richtung.
Foto 3: „Der Schlüssel“
Ich brauchte diesen Schlüssel. Ich würde auf zwei Wildcampingplätzen übernachten, die angeblich über WC und Wasser-/Duschenanlagen verfügen, aber man muss diesen Schlüssel mieten. Laut meiner Internetrecherche sollte ich bis 18:00 Uhr im Kanalbüro sein, aber die Information war nicht sehr eindeutig. Ich schaffte es um 17:15 Uhr vom Flughafen zum Büro. Eine Frau hatte gerade die Tür abgeschlossen, die Alarmanlage eingeschaltet und wollte gehen. Sie erklärte, dass die Schleuse um 18:00 Uhr schließt, das Büro aber schon um 16:30 Uhr. Sie hätte an diesem Tag einfach länger gearbeitet. Ich sagte ihr, dass ich den Schlüssel bräuchte. Sie war bereit, das Büro extra für mich noch einmal zu öffnen, damit ich den Schlüssel abholen konnte, und sagte: „Ich denke, es sollte einfach so sein.“ Ich sagte, ich hätte zu Gott gebetet, er möge mir heute helfen, den Schlüssel zu bekommen. Sie sagte: „Ich bin kein gottesfürchtiger Mensch … ich bin ein schlechter Mensch.“ Ihr Name hat hebräische Wurzeln, sie war aber muslimische Abstammung. Ich sagte ihr, Jesus sei für Menschen wie sie, die Gottes Gnade bräuchten, auf diese Welt gekommen, und fragte, ob ich für sie beten dürfe. Ich spürte Gottes Mitgefühl in meinem Herzen, als ich sprach: „So wie du bereit warst, mir die Bürotür zu öffnen, damit ich den Schlüssel bekommen konnte, so war Jesus bereit, auf diese Welt zu kommen, damit dein Herz mit Gottes Herz verbunden werden konnte.“ Ich weiß nicht, was Gott in diesem Moment tat, aber es war wie ein Klopfen vom Himmel an die Tür ihres Herzens.
Foto 4: „Die Stadt Inverness“
Im Hintergrund sieht man das Schloss von Inverness. Nicht weit davon entfernt lag die Herberge, in der ich die Nacht verbringen sollte. Dort sprach ich mit einer jungen Frau aus Kanada, die sich als Atheistin bezeichnete. Nach unserem Gespräch wurde sie zur Agnostikerin – nicht sicher, ob es diesen Gott gäbe. Eine Woche zuvor hatte sie, wie sie erzählte, in einer anderen Herberge einen jungen Mann getroffen, der mit ihr über Gott gesprochen hatte. „Was für ein Zufall!“, sagte sie. Ich antwortete: „Ich glaube, der Schöpfer möchte deine Aufmerksamkeit gewinnen, damit du weißt, dass er da ist, und er möchte dir sagen: ‚Je t’aime beaucoup!‘“ Sie sprach fließend Französisch. Ihr strahlendes Lächeln war unbezahlbar.
Foto 5: Blick vom Schloss Inverness




