21. Oct 2025
Lourenza - Abadin
Streckeninfo:
26.42 km
1107.00 hm
ca. 7h35m
Strecken-Detail-Ansicht
Foto 1: Erstes Bild des Tages. Das Wetter wechselte ständig von teilweise bewölkt zu Regen und manchmal auch zu Wind. Ich ziehe den Poncho an, dann aus, dann die Windjacke und zurück zum Poncho. So ist das Leben manchmal auf dem Trail.
Während des Frühstücks im Hostel in Lourenzá hatte ich ein gutes Gott-Talk mit einer jungen Frau aus Deutschland. Als Kind verzichtete sie auf den Konfirmationsunterricht und auf die Party und die damit verbundenen Geschenke, weil sie nicht nur den religiösen Prozess durchlaufen wollte. Sie wollte Gott finden und erleben, hatte es aber noch nicht getan. Ich erzählte ihr meine Geschichte und ermutigte sie, Jesus kennenzulernen, indem sie seine Biografie in den vier Evangelien lese.
Foto 2: Immer wenn ich einen Regenbogen am Himmel sehe, denke ich: „Gott erinnert sich und hält sein Versprechen.“ Dasselbe ist, wenn ich eine Schnecke sehe, die ihr Schneckenhaus auf dem Rücken trägt. Ich erinnere mich an Gottes Versprechen an mich, mich auf dem Weg zu begleiten und mir zu helfen, wenn ich es brauche. Er ist treu! Wenn das Wetter so ist, sehe ich mehr Schnecken. Mir graute es davor, in so einer Regenwoche zu wandern. Jetzt bin ich fast durch. In Frankreich habe ich gelernt: „Jesus und ich, wir können es schaffen, bergauf im 40 Gradwetter zu wandern.“ Jetzt weiß ich: Jesus und ich, wir können es schaffen, bergauf im Regenwetter zu wandern.“ Heute waren es 1107 Höhenmeter.
Foto 3: Pilgerübergang zur Stadt Mondoñedo seit dem 16. Jahrhundert. Das heutige Bauwerk wurde im 18. Jahrhundert erbaut und gehört seit 2015 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Foto 4: Kathedrale von Mondoñedo
Foto 5: Als ich von Mondoñedo aus den Berg hinaufstieg, kam eine junge Frau, eine Pilgerin, auf ihrem Fahrrad an mir vorbei. Es war fast Mittag. Ungefähr fünfzehn Minuten später und weiter den Berg hinauf sah ich sie wieder auf einer Bank an einer Bushaltestelle sitzen und zu Mittag essen. Diesmal schauten wir uns ins Gesicht an. Es war Stephanie, die ich vor drei Tagen kennengelernt hatte. Wir hatten damals im Hostel ein Gott-Talk geführt, aber ich vergaß ihr anzubieten, für sie zu beten. Wegen des Regenwetters hatte sie zwei Tage Pause gemacht. Also trafen wir uns gegen alle Erwartungen eines Wiedersehens wieder und setzten das Gespräch fort. Ein dritte Pilgerin aus Großbritannien kam dann auch dazu, die ich vor einiger Zeit in einer Herberge getroffen und gestern Abend in der Herberge wiedergesehen hatte. Dieses Mal betete ich für beide, bevor wir unseren Caminos fortsetzten.
Meilenstein: 3000 Kilometer. Ich habe mich immer gefragt, wie ich mich fühlen würde, wenn ich diesen Meilenstein erreichen würde. Jetzt weiß ich es ... genau wie am Ende der meisten Wandertage: Man ist froh, duschen zu gehen, seine Kleidung gewaschen zu bekommen, etwas zu essen und schlafen zu können!




